Das Wildschwein als Schwarzwild zählt zu den häufigsten jagdbaren Tieren Mitteleuropas. Es ist die wilde Stammform unseres Hausschweins.
Starke Keiler können ein Gewicht von 200 kg erreichen. Tiere solcher Größenordung haben demzufolge einen hohen Nahrungsbedarf. Wildschweine sind außerdem Allesfresser. Sie ernähren sich von Feldfrüchten und brechen feuchte Wiesenflächen auf der Suche nach Maulwürfen, Mäusen, Regenwürmern oder Insektenlarven um. Im Forst bringt das Wühlen einen gewissen Nutzen mit sich. Es werden Larven von Forstschädlingen, Schnecken sowie das Aas verendeter Groß- und Kleintiere gefressen. Neben der bereits erwähnten Nahrung nimmt das Wildschwein auch Eicheln, Bucheckern und Pilze zu sich. Bei großen Mäuseplagen haben sich die Schwarzkittel als außerordentlich nützlich erwiesen: sie verzehrten neben Altmäusen auch nestjunge Mäuse.
Wildschweine kommen in die Städte und Gemeinden, wenn ihr Nahrungsangebot im Wald oder auf den Feldern knapp wird. Unsere Gärten mit Kompost- und Laubhaufen, aber auch nicht richtig gesicherte Abfalltonnen sind lukrative Nahrungsquellen für die Schwarzkittel. Häufig werden die Tiere von den Menschen gezielt gefüttert. Daher haben vereinzelte Rotten es vorgezogen, den Wald zu verlassen und in Siedlungsgebieten zu leben, in denen nicht gejagt werden darf.
Neben dem immensen Nahrungsbedarf hat das Wildschwein eine relativ hohe Vermehrungsrate. Auch das Zusammenleben in Familienverbänden, die aus Bachen, Frischlingen und Überläufern bestehen, trägt dazu bei, dass ein hoher örtlicher Nahrungsbedarf vorhanden ist. Keiler leben als Einzelgänger. Die Paarungszeit der Wildschweine liegt in der Zeit von November bis Dezember. Eine Bache kann 4–12 Frischlinge zur Welt bringen.
Unter günstigen Bedingungen kann sich ein Wildschweinbestand im Verlaufe eines Jahres um bis zu 200% vermehren. Das Füttern der Wildschweine ist gemäß Landesjagdgesetz Brandenburg verboten und kann daher mit Bußgeld belegt werden. Vorrangig sollten in den von Wildschweinen besiedelten Gebieten Komposthaufen und Mülltonnen gesichert und auch nicht außerhalb des eigenen Grundstückes angelegt werden!
Auch sollten sich Betroffene über das Verhalten von Wildschweinen informieren, z.B. über Bachen, die Frischlinge führen. Man sollte ihnen aus dem Weg gehen, da diese dazu neigen, ihren Nachwuchs zu verteidigen. Das Wild kann im Zweifelsfalle nur durch einen wirklich wildsicheren Zaun davon abgehalten werden, in ein Grundstück einzudringen.
Auf Grund der hohen Schwarzwildpopulation in der Gemeinde Rüdersdorf erhalten die zuständigen Jäger jedes Jahr eine Ausnahmegenehmigung für die Jagdausübung im befriedeten (bewohnten) Bereich.
Die besonders betroffenen Bereiche erhalten vom Ordnungsamt ein Informationsblatt.
Der Ordnungsausschuss der Gemeinde wird sich am 13.04.2011 mit diesem Thema beschäftigen.
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